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Freitag, 1. Januar 2021

Berlin

 Immer wieder neu




 

Stetiger Wandel & Altbewährtes 


Schon unzählige Male war ich in Berlin - immer für ein paar Tage einmal aus dem beschaulichen München in die Stadt, bei der viele Ecken immer anders ausschauen als noch vor einem Jahr. Den Wandel der Viertel und die immer neuen Nutzungen alter Viertel, Gelände und Gebäude bietet keine andere Stadt in Europa. Und die Gelassenheit und Toleranz, das jeder so sein kann wie er will.
Aber auch die Orte, die sich zum Glück nicht verändern. Dieser Mix zieht mich regelmäßig in diese Stadt. 

Zu dieser Stadt ist es schwierig, einen Reise-Post zu schreiben, da die Interessen Berlin zu besuchen, sehr unterschiedlich sind. Und es so wahnsinnig viel gibt. Daher hier ein "Sammel-Post" zu meinen Berlin-Erlebnissen und Orten, die ggf. nicht jeder Berlin-Besucher kennt oder auf dem Schirm hat. Dabei fokussiere ich mich auf meine 5 Lieblingsviertel.

Ach ja: Kuchen- und Cafe-Freunde können sich gern bei mir melden. Freunde von mir kennen sich da so gut aus wie kein anderer - dann leite ich diese Anfragen gerne weiter (@ gelle Michi) 😉

Kreuzberg & Schöneberg

    
Viktoriapark

Ein schöner Park mit einem Hügel und einem tollen Blick gen Norden auf Kreuzberg und Mitte. Im Sommer mit einem Wasserfall :-)


Blick vom Hügel gen Norden
Wasserfall im Viktoriapark


Gleich am Viktoriapark liegt einer meiner Lieblinger für ein Frühstück - das Cafe Tomasa. Tolles alte Gebäude, schön eingerichtet und eine mega Frühstückskarte:




Nollendorfplatz und alles rund um die Maaßenstr.

Einer der zentralen und umtriebigen Punkte in Schöneberg - mit vielen Shops, Restaurants und Cafes sowie einem schönen Wochenmarkt. Ein geeigneter Ort um bei 2-3 Kaffee das bunte Publikum zu beobachten. Hier empfehle ich Euch das Cafe Berio mit einer Vielzahl von Außenplätzen.
In der Maaßenstr. findet Ihr auch den ersten Hasir, den es in Berlin gab - ist ja kein Tipp mehr, aber die Qualität des Essens unverändert gut.




Landwehrkanal

Anstatt einer Spreefahrt rate ich nur jedem, dafür eher eine Schiffstour über den Landwehrkanal zu machen oder diesen - von Treptow startend Richtung Kreuzberg - entlang zugehen. 
Die Route führt vorbei an typischen Kreuzberger Kiez-Fassaden, Hausboot-Anlegestellen und vielen Cafe`s, die oberhalb oder direkt auf Kanalhöhe für eine Pause einladen.  

Beenden kann man die Tour - wenn man zu Fuss geht - an der Kottbusser Brücke und hier direkt ober-/unterhalb des Kanales das "neue" Viertel Kreuzkölln erkunden. Schaut hier mal, ob Ihr einen Platz am Kanal in der Ankerklause bekommt.


Tipp für einen größeren Hunger in der Gegend: Das Myxa in der Lernaustr. - zum Frühstücken und für Geniesser französischer / griechischer Küche. 

Wer sich jedoch für die Bootsvariante entscheidet, der bekommt in der zweiten Hälfte noch schöne Fotomotive von Schöneberg und Mitte (sind immer Rundfahrten, die in der Spree wieder enden).
Daher finde ich ist es ein schönerer Mix, als nur durch Mitte zu fahren.

Gleisdreieck & Kottbusser Tor

Aussteigen mit der U-Bahn an der gleichnamigen Haltestelle Gleisdreieck und von der besonderen U-Bahnstation aus (architektonisch und zur Zeiten der Mauer eine Endstation) einen Spaziergang durch den Park am Gleisdreieck machen, der hinsichtlich der Konzeption mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde. Früher Brachgelände bzw. ein großer Rangierbahnhof, heute nun ein Park mit verschiedenen Gestaltungen und Nutzungsmöglichkeiten. Bei einem Spaziergang Richtung Norden endet man am Potsdamer Platz.

Aber auch weiterfahren mit der U1 oder U3 loht sich: das ganze kommende Stück Richtung Treptow ist oberirdisch und führt streckenweise am Landwehrkanal vorbei.
Zu abendlicher Stunde lohnt sich ein Ausstieg am Kottbusser Tor.
Zwischen Oranienstr., Reichenbergstr. und Adalbertstr. findet man eine Vielzahl von Bars und Restaurants der verschiedensten Essensrichtungen.

Zwei Bar-Tipps dort:
Der Würgeengel - sehr gute Cocktailbar
Die Möbel Olfe - Kulteinrichtung in einem ehemaligen Möbelhaus


Vom Görlitzer Bahnhof zur Oberbaumbrücke

Eine weitere Route zu Fuß kann man von der U-Bahn Görlitzer Bahnhof aus machen: Entweder durch das Viertel oberhalb der Skalitzer Str. oder über die Pücklerstr. noch zur Köpenicker Str.
Als Stop bei beiden Routen lohnt sich ein Besuch der Markthalle 9, wo Ihr nur auf Berliner treffen werdet und die einer südländischen Markthalle ähnelt.

Ziel bei beiden Routen ist das Spreeufer bzw. die Oberbaumer Brücke.
Bis dahin erlebt Ihr das Kreuzberg, was noch nicht vom Tourismus eingenommen wurde gehört oder die alten Fabrikbrachen entlang der Köpenicker Str.

PS: Wer auf dem Weg Hunger hat, holt sich einen Burger beim Burgermeister unter der U-Bahn-Trasse am U-Bahnhof Schlesisches Tor.





Friedrichshain & Treptow





Der Hauptgrund der Besuchermassen an diesem Teil des Spreeufers ist die East Side Gallery. Aber die Gründe mal dort einen Abstecher zu machen, sind  vielfältiger: Die Oberbaumbrücke, das RAW-Gelände oberhalb des Spreeufers und den Teil Friedrichshain um den Boxhagener Platz herum. 
Für eine Erfrischung im Sommer eignet sich das Badeschiff - ein in Treptow gelegener Beach-Club mit Schwimmmöglichkeit in der Spree. 


Oberbaumbrücke

Ein Muss ist ein Spaziergang über bzw. durch das Brückengebäude, dass das Wahrzeichen von Friedrichshain-Kreuzberg ist. Eine Gewölbebrücke, die von Strassenmusikanten gerne genutzt wird und tolle Motive auf Spree und Stadt bietet. Die Architektur ist einzigartig und bietet viele schmückende Details und Reliefs. 






RAW-Gelände

Das ehemalige Fabrikgelände ist nur eine von vielen Industriebrachen an den Ufern der Spree, in denen mit Bars, Clubs und Start-Ups neues Leben eingekehrt ist - und dies häufig mit guter Streetart. Aus dem Grunde mag ich dieses Gelände sehr gerne für ein Eintauchen in diese einzigartige Subkultur.





























 



Boxhagener Platz

Einer der zentralen Plätze vom "neuen" Friedrichshain" ist der Boxhagener Platz - veganische und ausgefallene Essensrichtungen in jede Himmelsrichtung. Aber ebenso beliebt aufgrund der vielen kleinen Läden und Ateliers.
Das Viertel um die Revaler Str. und Simon-Dach-Str. ist ebenso im Nachtleben sehr beliebt.


Badeschiff & Freischwimmer

Bei einem Spaziergang beginnend an der Oberbaumbrücke und der Schlesischen Str. entlang, gelangt man Richtung Treptow an den Beginn des Landwehrkanals und des dahinter liegenden Flutgrabens. Hier lohnt sich ein Stop beim Freischwimmer - ein Restaurant entlang der Spree auf einem langen Holzsteg gebaut. Super nette Atmosphäre und leckeres Essen.



Fast direkt nebenan dann das Ziel der kleinen Route: Das Badeschiff, ein Beach-Club an einem alten Fabrikgelände mit Bademöglichkeit in der Spree.





Charlottenburg


Auch Charlottenburg ist ein sehr schöner Bezirk, der direkt an den Zoologischen Garten grenzt und vieles bietet. Hier würde ich eher an die Reiseführer-Gilde verweisen. Aber an zwei Orten bin ich immer gerne: Der Savignyplatz und seine Nebenstrassen sowie der Park des Schlosses Charlottenburg, die ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern.


Savignyplatz

Ein Platz im östlichen Teil von Charlottenburg, der mit seinen Nebenstrassen eine besonders schöne Gebäudefassadenpracht bietet und viele Cafes und Restaurants beherbergt. In den Gewölben der S-Bahn-Hochtrasse finden sich wie häufig kleine Läden und Shops.
Hier lohnt sich einfach mal ein kurzer Ausstieg aus der S-Bahn.


Schlosspark

Schloss Charlottenburg: Die bedeutendste Schlossanlage von Berlin, bekannt durch den besonderen hohen Mittelblau und den langen Seitenschiffen. Aber begeht nicht den Fehler und besucht nur das Schloss selbst. Der Schlosspark mit dem Belvedere (nicht zu verwechseln mit dem Schloss Bellevue des Bundespräsidenten), dem Mausoleum und dem neuen Pavillon, ist ein Kleinod, bei dem sich die Besucher verlaufen und man seine Ruhe hat.
Eine Auszeit auf der Steinterrasse am Karpfenteich entschleunigt einen Berlin-Besucher raketenartig :-)








Ach ja - da war noch was....Berlin Mitte


Zu Recht der Bezirk, der als Berlin-Besucher vorrangig oder fast alleinig besucht wird, wenn man nur ein Wochenende dort ist. Die Liste der Sehenswürdigkeiten  - alle in kurzer Zeit zu Fuss gut zu erreichen - ist sehr lang und nicht Bestandteil dieses Posts. Da gibts Reiseführer-Blogs, die das besser können :-)

Aber herausheben möchte ich hier nur 3 Sachen, von denen eine meiner Heimat geschuldet ist:

  • Neues Schloss - in 12.2020 fast fertiggestellt, besteht aus zwei stilistisch unterschiedlichen Gebäudeteilen. An der ursprünglichen Stelle wieder aufgebaut, wo zwischenzeitlich "Erich`s Lampenladen stand, ist nun ein Teil in der alten Fassade und ein östlicher Teil zur Spree hin in modernem Stil entstanden. Im Gesamtensemble mit dem Dom und der Museumsinsel durchaus sehenswert.

  • Bebelplatz mit Denkmal zur Bücherverbrennung
    Durch das tolle Gebäudeensemble des Platzes nimmt man eine kleine Besonderheit häufig gar nicht wahr - auch ich bei mehreren Besuchen nicht.
    Ein im Boden befindliches Denkmal, dass an die Bücherverbrennung unter der Nazi-Regierung erinnern soll - eine sehr plastische Erinnerung

    https://de.wikipedia.org/wiki/Denkmal_zur_Erinnerung_an_die_B%C3%BCcherverbrennung
     
  • Ständige Vertretung
    Als Rheinländer zieht es mich das ein oder andere Mal in die "Ständige Vertretung", das es ursprünglich zu Zeiten der Bonner Republik in Bonn gab und Treffpunkt der Politiker und Journalisten war. Aber mein Grund des Brauhausbesuches ist eher der Genuss eines frischen Glases Kölsch. Es gibt zudem leckere rheinländische Gerichte und Sitzplätze direkt an der Spree. Die ständige Vertretung ist direkt in der Nähe des S-Bahnhofs Friedrichstr.

Übernachtung


In den letzten Jahren schaue ich gar nicht lange rum und buche direkt ein Zimmer im Motel 1 An der Urania. Ich finde die Lage optimal: Jeweils 5 Min zum Nollendorf- und Wittenbergplatz, bei denen man jeweils verschiedene U-Bahnen zur Verfügung hat und man mitten im ehemaligen Westteil und in Schöneberg ist.

Ausflugsziele Wannsee, Potsdam und Beelitz Heilstätten


Wer einmal aus der Stadt raus will, hat von Berlin aus - auch mit Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel - viele Möglichkeiten.

   
Der Klassiker Potsdam

Hier kann ich Euch nur empfehlen, dass schnuckelige und wirklich gut sanierte holländische Viertel vor lauter Potsdamer Schlösser nicht "links liegen zu lassen".
Viele kleine, schöne Cafes und Läden verteilen sich in der Altstadt, die das größte Viertel niederländischer Baukunst-/stil ist - außerhalb der Niederlande.

Und wem das Schloss Sanssouci zu voll ist bzw. die Schlange zu lang, der nutze die Gelegenheit für einen langen Spaziergang durch den Schlosspark. Denn auch hier wird das Orangerieschloss mit den tollen Terrassen häufig vernachlässigt. Dies befindet sich westlich des Schlosses Sanssouci an der nördlichen Parkgrenze.


Wannsee




Eine Erfrischung im Sommer bietet ein Trip an den Wannsee zum gleichnamigen Strandbad. Eine breiter Strand vor einer riesigen Anlage bietet viel Platz zum Baden - auch Strandkörbe können gemietet werden.



Lost place - Beelitz Heilstätten

Bei meinem letzten Berlin-Trip machte mein Kumpel Martin den Vorschlag, vor den Toren Berlins sich diesen Lost place anzuschauen - ein ehemaliges Krankenhaus-Gelände. Der Stop hat sich gelohnt: man kann Führungen durch die Gebäude machen, aber der Zugang auf das Gelände ist immer frei. Der Komplex mit 60 Gebäuden ist denkmalgeschützt und einer der Lost Places im Berliner Umland


Hier ein paar Eindrücke:








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